Zwischensparrendämmung, Altbau, aber wie?

Hallo,
Wir renovierten gerade ein Haus -Bj 1966, bei dem schon mal das Dach etwas gedämmt wurde. Es wurde neu eingedeckt, und zuvor noch von außen ca 20mm starke Gutex Platten aufgebracht. Sparrenhöhe ist 140mm. Ich möchte nun eine Unterdeckbahn von innen zwischen die Sparren einbringen. Die Idee habe ich aus dem Buch von Carsten Herbert/ der Energiesparkommisar. Dort steht, man solle die Folie im die Dachrinne ableiten.
Aber wie soll ich das bewerkstelligen?
Am unteren Ende/Übergang zum Kniestock ist alles zu?
Und welche Folie kann ich da verwenden?
Auf eure Anregungen bin ich gespannt.
Grüße
Joachim

Mmh, ähm. Also Gutex ist ja Holz, wenn das von aussen nicht dicht ist, hast Du da vermutlich nicht lange Freude dran. Für Folie gibt es ja grundsätzlich 2 Aufgaben. Die eine ist die Wasserdichtheit, dass also keine Feuchtigkeit von aussen eindringen kann, die andere ist eine Dampfbremse, die den Wasseraustausch von Innenraum in die Isolierung regelt. Die Dämmung soll ja eigentlich keine Feuchtigkeit aufnehmen, trotzdem soll sie in der Lage sein, diese im Zweifelfalle wieder an die Umgebungsluft abzugeben.

Wenn also Deine Gutexplatten richtig verbaut wurden, dann ist die von aussen dicht. Damit die Gutexplatten nicht nass werden, hast Du vermutlich eine Folie auf den Platten liegen, und die Dachlatten liegen da drauf. Die Folie wird ja von aussen nass, folglich ist es schlau, wenn die ablaufende Feuchtigkeit in der Dachrinne landet.

Ich Zweifelfalle müßte sich das mal ein Dachdecker ansehen, um wirklich zu wissen, was verbaut ist.
Ich ahne aber, dass es hier eher um eine Dampfbremse geht, und nicht um eine Wassersperrfolie.
Die Dampfbremse muss zwar auch „dicht“ sein, aber nicht wasserdicht sondern luftdicht. Deshalb wird die an den Enden und Überlappungen mit Klebeband verklebt.

Guten Morgen,
Habe mit einem Handwerker gesprochen, der mich auf folgendes aufmerksam gemacht hat;
„ können sie bis zu zehn Wochen lang Regen, Sonne und Sturm widerstehen, ohne Schaden zu nehmen“.
Offenbar benötigt man bei Gutex keine Unterspannbahn.
Aber das werde ich jetzt noch direkt bei Gutex nachfragen.
Grüße
Joachim

Hallo Joachim,

folgendes zur Unterspannbahn:

und zur Dampfbremse:

Ich gehe mal davon aus, dass die Gutexplatten von aussen mit einer Unterspannbahn abgedeckt sind.
Kannst Du folglich von innen gar nicht sehen. Müßtest Du mal einen Ziegel anheben und nachsehen, was drunter ist.

Die Gutex Platten liegen zeischen dem Sparren und Ziegeln. Und es ist auch keine Folie drauf. Die Platten benötigen offenbar keine Folie.
Grüße

Ich habe gelesen, dass Gutex Holzfaserplatten gern für Diffusionsoffene Dachdämmungen benutzt werden, aber das eine Unterspannbahn unter den Ziegeln dann schon sinnvoll ist. Die Dachziegelebene ist nie ganz wasserdicht und es kommt auch Flugschnee rein, wenn auf eine Unterspannbahn verzichtet wird, heißt es. Wenn Du direkt unter den Ziegeln Dämmung liegen hast und die von Außen feucht wird, wie soll dieses Wasser dann wieder abtrocknen? Ich würde die Dämmung dort wieder wegnehmen und mit Abstand zu den Ziegeln hin neu verlegen.
Jetzt würde mich sehr interessieren, was die Fachleute hier dazu sagen.
Machst Du den Kniestock noch neu? Wahrscheinlich wirst du die Balkenlage nach innen aufdoppeln müssen, damit genügend Platz für Dämmung und Luftschicht ist. Und dann alles sauber bis unten hin neu verkleiden.

Moin,
ich glaube die Lösung ist hier zu finden…
https://www.geb-info.de/produkte-ideen/gutex-unterdeckung-aus-holzfaserdaemmplatten

Eine Unterspannbahn soll das Dach (also alles was darunter ist) ja gegen Wasser abdichten. Wenn die Unterdeckung an sich schon dicht ist, macht die Unterspannbahn keinen wirklichen Sinn mehr.

Ja, diese Meinung vertrete ich nun auch

Ich gehe mal davon aus, dass der Handwerker die Dachsanierung Regen - und Winddicht sauber ausgeführt hat. Es sind wohl eher keine 20mm (Gutex) Holzweichfaserplatten, sonder 4 oder 6cm dicke.
Bei richtiger Materialauswahl und korrektem Einbau sind die in der Fläche Winddicht und gelten als 2. Dichtebene.

Unklar bleibt dein Ziel, was Du erreichen willst.
Wenn Du Dein Dach besser dämmen willst, dann schau mal unter Ubakus.de.
Da kannst Du den Aufbau Deines Dach (im Bestand wie es jetzt ist abbilden und siehst den U-Wert und was mit der Feuchte ist.
Wenn der Raum unter dem Dach beheizt und bewohnt werden soll, benötigst Du noch eine zusätzliche Dämmung und darunter eine Dampfsperre.
Aktuell liegt Dein U-Wert bei 0,75,
Nach den BEG musst Du unter 0,24 W/(qm K) liegent 14cm Stodee-Keile 035 zwischen die Sparren klemmen und darunter eine Dampfbremse (Z.B. Steico Multi membra5) montieren (seitlich zum Mauerwerk und an den Stößen luftdicht abkleben!! ).
Dann erfüllst Du Dir anforderungen und hast ein warmes Dach.
Wenn Du genug Platz/Höhe hast, empfehle ich Dir dicker zu dämmen auf einen U-Wert von ca 0,10.
dazu benötigst Du aber ca 24cm Platz/Höhe.

das geht am besten mit einer zusätzlichen Schicht unter den Sparren.
Du kannst Querlattung abgehängt oder Schlanke Unterdachsparren (4x6cm) abgehängt anbringen,
Daruntee die Steico Dampfbremse und darunter im 40cm Raster 22mm Bretter montieren für die Deckenverkleidung (Gipskartonpkatten GKF).
Vor Montage der GKF Platten lässt Du den Hohlraum mit Isocell Zellulose oder Holzfaser ausblasen.
Das ist vom Material günstiger als Mineralwolle und Du hast keine Arbeit mit Zuschnitt/Verschnitt beim Dämmmaterial.