Hallo Jürgen,
ich glaube Du mußt das System von 2 Seiten betrachten:
Der Heizkreis…
…(incl. Puffer) kann nur eine gewisse Wärmemenge speichern. Die im System befindliche Energie berechnet sich aus der Wassermenge und der VL Temperatur. Das sind bei Wasser 1,163 Wh pro Kg und Kelvin. Hast Du also 500L Wasser im Heizkreis und Du heizt den von 20 auf 40 Grad auf, dann hast Du theoretisch 500 x 1,163 x 20 = 11,63 KW im Heizkreis. Der Heizköper kann die Energie aber nur entsprechend seiner Spezifikation an den Raum abgeben.
Wenn also Deine Umwälzpumpe 0,2 qbm/h durchs System schickt, und bei einem Vorlauf von 40 Grad mit gut 35 Grad im Rücklauf zurückkommt, dann wären dass 200L x 1,163 x 5 Grad = 1,163 KW pro Stunde, welche die Heizkörper dem Wasser entziehen. Genau diese Wärmemenge müßte die WP konstant erzeugen, um die entzogene Heizleistung auszugleichen.
Der Wärmeerzeuger…
…schaltet in aller Regel anhand der Rücklauftemperatur. Dazu stellst Du den Spread ein und die VL Temperatur. Also z.B. 40 Grad VL und Spread = 5 Grad. Je nach WP oder Einstellung bewegt sich die WP dann zwischen 40 und 35 Grad oder 42,5 und 37,5 Grad. Bei der oberen Temperatur schaltet sie ein, bei der unteren wieder aus. Moderne WP sind Inverter-Pumpen, die Ihre Leistung in einer definierten Bandbreite anpassen können. Sie werden berechnet auf die Temperatur, die im Höchstfalle liefern müssen. Also beispielweise auf -12 Grad. Da sind sie allerdings auch nicht mehr effizient, kommt aber selten vor. Oberhalb dieser Grenztemperatur brauchst Du erstmal diese Leistung nicht, darüber hinaus liefert die WP bei höheren Aussentemperaturen auch mehr Leistung ab. [Betriebsanleitung]https://www.weishaupt.de/uploads/tx_weishaupt_documents/documents/83315401_08_22.pdf
Deine WP liefert folglich 9,93 KW bei 2 Grad und 13,9 KW bei -7 Grad. Offenbar regelt die WP da schon selbst gegen, denn eigentlich sollte es umgekehrt sein.
Der Mindestvolumenstrom Deines Aggregates liegt bei 0,8 qbm/h, weniger geht nicht. Nun gelten hier die gleichen Regeln. Die Heizleistung und Volumenstrom bestimmt, wieviel Energie das Aggregat abgibt. Wenn Deine Heizung folglich eine Stunde läuft, dann sind das 800L x 1,163 x 5 Grad Spread = 4,65 KWh. Das ist die Energie, die dem Heizungswasser mindestens zugeführt wird.
Wie weit sich nun Dein Verdichter herunterregeln läßt, kann ich aus den Datenblättern nur erahnen. Aber so üblich sind so bis 30%. Deine Grafiken zeigen bei 0 Grad Aussen einen Volumenstrom um 1 QBM, bei 10 Grad aussen von 1,5 QBM. Das könnte ggf. die Erklärung darin haben, dass die WP (bei 10 Grad) schon mit der Mindestleistung läuft und deshalb den Volumenstrom erhöht, und die Wärme loszuwerden.
So grundsätzlich steuert die WP über ihre Leistungsaufnahme (die Verdichterleistung) und den Volumenstrom. Die Wärmeabgabe ist dann bestimmt durch den Volumenstrom und den COP.
Interessant auch noch diese Angaben:
[Biblock-WBB-20]https://www.hsb.ch/app/uploads/2021/05/Produktdatenblatt_Biblock-WBB-20.pdf
Beides Zusammen:
Durchlaufen kann die WP nur, wenn Wärmeerzeugung und Wärmeabnahme im Gleichgewicht ist. Wenn die WP ihre Leistung nicht los wird, muss sie takten. Unter die Mindestleistung kommst Du nicht. Und die würde ich irgendwo bei den oben genannten 4,65 KW (Abgabe) einsortieren. Würde sie damit durchlaufen, hättest Du 24 x 4,65 = 111 KWh pro Tag.
Dein 300L Speicher hält etwa 300L x 1,163 x 5 Grad = 1,7 KW Energie. Ohne Abnahme wäre der nach 22 Minuten voll. Dazu kommt dann das Wasser im System.
Um der Lösung auf die Spur zu kommen, müßtest Du nun aus Deinen Aufzeichnungen mal herausfiltern, was Deine WP bei welchen Temperaturen denn so abliefert, und was Dein Haus bei welchen Temperaturen überhaupt abnimmt.
Ich habe allerdings die Ahnung, das Deine Heizung etwas größzügig ausgelegt ist und Du ggf. mit einem größeren Speicher die Heizphasen verlängern solltest.
Grüße
Martin