Hydraulik, Pufferspeichergröße, Taktung bei Wärmepumpe

Du vergleichst hier aber WP mit Netzstrom gegen Heizelement über Solarstrom.
Wenn deine WP besser ist als COP 3,7, dann lieber einspeisen und Netzstrom für de WP benutzen.
Deinem Zähler ist das aber wurscht, weil der kennt nur eine Richtung. Also Bezug oder Einspeisung, aber nicht beides gleichzeitig. Insofern hilft diese Rechnung nicht weiter.

Vom Grundsatz mußt Du auf die erzeugte Wärme abstellen und was Dich diese kostet.

Wärmepreis Netz direkt: 30 ct (COP = 1)
Wärmepreis Netz WP: 10 ct (bei COP 3)
Wärmepreis Solar direkt: 8 ct (COP = 1)
Wärmepreis Solar WP: 2,6 ct (bei COP 3)

Rechne mal den Betriebsstrom (mußt Du messen) mit 25W (Sommer) und 50W (Winter). Sind 600Wh / 1200 Wh / Tag). Wenn Dein WP Zähler freigeschaltet ist (PIN), kannst Du das ja direkt ablesen. Also in diesem Beispiel wären das 10% der erzeugten Wärme. Auf den COP gerechnet.
COP 5,0: 6 KWh = 1,2 KW Strom
1,2 KW + 600W Grundlast = 1,8 KW: Eff COP = 6 KW / 1,8 KW = COP 3,3
Von den technischen COP 5,0 bleibt folglich ein wirtschaftlicher COP von 3,3 übrig.

Rohwasser hat im Sommer gut 20 Grad im Winter 10-12 Grad. Bei 20 Grad wären das ca. 190L Warmwasser. (Pufferverluste lassen wir mal aussen vor). Das sind < 50 L pro Erwachsener, das ist schon deutlich unter dem Bundesschnitt.

Der Heizungsbauer hat mir versprochen innerhalb von 1 Woche eine Rückmeldung auf die Fragen zu geben. Mittlerweile sind 2 Wochen vergangen. Ich vermute mal, dass er den Hersteller kontaktiert hat und dieser über die Fragen und Anregungen brütet. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass ich in Bezug auf die Effizienz der WP nicht weiterkomme. Die letzten Tage waren etwas kühler, andererseits aber warm genug, damit sich der Temperaturhub der WP in Grenzen hält. Trotzdem ist die Tagesarbeitszahl sehr bescheiden. Ich vermute, dass dies an den sehr hohen Taktraten der WP liegt. Die Taktsperre ist auf 30 Minuten eingestellt. Wäre es ein Hebel, wenn ich diese auf z.B. 1 Stunde verlängern würde?
Anbei die Aufzeichnungen des Datenloggers von gestern bis heute Vormittag. Ebenso die Aufzeichnungen meiner Zählerwerte (wie geschrieben Messkonzept 40 der Netze BW – Kaskade der PV – WP-Zähler minus Haushaltstrom plus PV-Anteil ergibt WP-Hilfsenergie.
Im Voraus schon mal ganz lieben Dank für eine Anregung.

Hallo Jürgen,
Also ich sehe nach wie vor 2 Ansatzpunkte…
a.) Der Einstiegspunkt der WP. Ich würde mal mit dem HZ-Bauer besprechen, wieweit Du die WP leistungsmäßig nach unten drücken kannst. Wenn ich Deine Aufzeichnungen richtig interpretiere, dann steigt die mit über 7,5 KW ein. Die WP macht recht kurze Heiz-Takte (ich zähle 36). Notwendig ist das aktuell nicht. Das verschlechtert den COP nicht nur insgesamt, auch die häufigen Anlauftakte wirken sich nicht gerade COP förderlich aus.
Kannst Du aber einfach testen. Setz die Taktpause auf 1h oder sogar 2h und gucke, wie sich sich COP Werte und die Taktung verändern.
Besser wäre aber von Grundsatz, wenn die WP niedriger einsteigt Je weniger Leistung die WP ins System pumpt, je länger braucht sie, um die Solltemperatur zu erreichen. Damit werden die Heiztakte länger.

Das über die Taktpause zu steuern ist eher ein Behelf, denn im Winter brauchst Du ggf. die Energie. Dann würde die Taktpause indirekt den Spread erhöhen. Optimal wäre, wenn die WP genau das liefert, was zum Heizen benötigt wird. Also quasi fast durchläuft. Das geht in der Übergangszeit aber nicht, weil Du die Leistung nicht beliebig nach unten schrauben kannst.

b.) Der Pufferspeicher.
Deine Aufheizkurve (Vorlauf) steigt sehr schnell an, fällt dann aber genauso steil wieder ab. Die Rücklaufkurve erhöht sich geringfügig, und läuft dann fast ohne Spread in der Taktpause nach unten. Spricht dafür, dass die Ventile weitgehend zu sind, das Systemvolumen also zum Puffern aktuell nicht so viel hergibt.
Jetzt rechne einfach mal: 1L Wasser benötigt 1,16 Wh für 1 Kelvin.
Um also Deinen 200 L Puffer um 5 Grad anzuheben, brauchst Du 200 x 5 x 1,16 = 1,16 KWh Energie.
1,16 / 7,5 KW = knapp 9 Minuten. Mit 400 L Puffer wären es 18 Minuten. Einen ähnlichen Effekt hättest Du durch die Erhöhung (Verdopplung) des Spreads.
Rechne ich aber Deinen Stromverbrauch von etwa 10 KW dagegen, dann bleiben bei 36 Takten 270 Wh Primärenergie pro Takt übrig. Bei einem COP von 2 wären das 540 Wh, entspräche also eher einen Spread von 2 Grad.

Puffer kann man jetzt nicht einfach mal verbauen, aber den Spread kannst Du zum Testen erhöhen.
Damit kannst Du sehen, wie sich das auf die Taktung und COP auswirkt.

Ein anderer Test wäre dafür Sorge zu tragen, dass während eines Heiztaktes alle Ventile offen sind. Damit kann man abschätzen, wie viel der Systeminhalt zur Pufferung beiträgt. Dazu reichen zwei aufeinanderfolgende Takte.

Dein Diagramm ist übrigens sehr eng. Man kann da einzelne Werte nur raten.

Hallo Martin, ganz lieben Dank für Deine Rückmeldung und Analyse. Vom Heizungsbauer habe ich bislang leider immer noch keine Rückmeldung auf meine Fragen. Ich habe diese gestern nochmals angemahnt. Ich glaube nicht, dass böse Absicht dahinter steckt, sondern es ihm eher schwer fällt,

die Fragen zu beantworten. Was mir nicht klar ist, wo ich den Spread einstelle, bzw. beeinflussen kann. Ich lege Dir einen Screenshot der Info Gesamtparameter und WP-Einstellung anbei. Im Voraus nochmals herzlichen Dank für Deine Hilfe. Viele Grüße Jürgen

Na ja, ist in Deutsch :slight_smile:
Spread = Spreizung = Schaltdifferenz…

Da findest Du auch die Leistungsbegrenzung. Da solltest Du mal nachsehen, was man da einstellen kann. Muss Du Dich einfach mal überall durchklicken und nachsehen, wo Du was verändern kannst.
Nicht alle Punkte findet man dort, wo man sie vermutet. Da gibt ja oben auch einen Punt unter Einstellungen „Schaltdifferenz dynamisch“ und links unten „Energiemanagement“.

Dann hast Du einen extra Punkt „Warmwasser“ und auch „Heizkreis“.
Also einfach mal Durchklicken und nachsehen, wo irgendwas steht, was zu den gennannten Punkten passen könnte.

Taktsperre hast Du ja schon gefunden.

Änderungen immer dokumentieren, damit Du weiß, was als Vorgabewert drinstand.

Hast Du zu Deinem Gebäude mehr Informationen?

  • Gebäudeheizlast Gesamt und Raumweise,
  • U Werte Außenwand, Dach
  • Aufbau der Außenwand und Zwischenwände, Decken (zur Bestimmung der Speichermassen).

Leider ist Deine Heizungsanlage m.E. Nicht gut konzeptioniert.
Du hast aus anderen Kommentaren schon ein paar gute Hinweise bekommen, auch auf die (Youtube-) Beiträge von Professor Schenk (TH-München).
Die Beiträge von Professor Schenk kann ich nur wärmstens empfehlen.
Der hat mich bewahrt meine Wärmepumpe zu groß auszuwählen.

Eine Lambda EUL8 beheizt bei mir 450qm Wohfläche eines Dreispänners plus ein Benengebäude direkt auf 4 Heizkreise.

Ich würde als erstes abklären:

  1. maximal möglicher Volumenstrom Deines Heizkreises bei offenen Thermostatventilen der Heizkörper, bei dem noch keine störenden Strömungsgeräusche auftreten.

  2. wenn der Heizkreis den für die WP erforderlichen Volumenstrom aufnehmen kann, dann solltest Du die hydraulische Weiche ausbauen lassen oder im Bypass umfahren.

  3. hydraulischen Abgleich berechnen und einstellen lassen und alle Thermostatköpfe an den HK entfernen. Regelung der Raumtemperatur ausschließlich über die Vorlauftemperatur.

  4. in diesem Winter die Heizkurve feinfühlig in Schritten nach unten fahren.
    Jedes Grad niedrigere Vorlauftemperatur spart 2,5% Strom. D.h. 4Kelvin niedrigere Vorlauftemperatur bringen 10% Heizkosteneinsparung.

Ursache für das Takten sind:

A) Viel zu große Wärmepumpe, weil vermutlich keine Heizlastberechnung vorliegt.

B) hydraulische Weiche die immer zu einer Durchmischung des Rücklauf zur Wärmepumpe mit dem Vorlauf führt und vorzeitig die Wärmepumpe zum abschalten bringt.

C) Trinkwasserspeicher statt Pufferspeicher ausschließlich für Trinkwassererwärmung über Frischwasserstation.

Ich komme beim Pufferspeicher mit 1.000 Litern mit 45 Grad aus, um mit der Frischwasserstation immer ausreichend warmes Wasser fürs duschen zu haben.
In der Küche kann das Warmewasser über einen elektrischen Durchlauferhitzer bis zu 60 Grad weiter erhitzt werden.
Der Pufferspeicher steht bei mir innerhalb der beizten Hülle. Die 2 kWh Abstrahlverluste trotz guter Dämmung kommen der Raumewärme zu gute!

Punkt A und C sind schwer zu beheben, es sei Dein Heizungsbauer nimmt die Geräte zurück.

Mit Punkt B) kannst Du einen guten Schritt weiterkommen. wenn Dein Haus eine halbwegs gute Speichermasse hat, dann kannst Du der Wärmepumpe längere Pausen verpassen.

Ich hatte das Takten bei einer Gastherme.
Der Heizungsbauer hatte eine 20kW Zherme statt 14KW eingebaut (wegen der WW Leistung). Ich hatte das dummerweise widerwillig akzeptiert.
Im Ergebnis auch Takten bei WW laden, da die Heizschlange des Boiler die 20kW gar nicht übertragen konnte.
Erst der 3. Kundendienst von Wolf konnte mir das dann für WW entsprechend eindrosseln durch Modulation.

Für die Heizung, habe ich im Zeitprogramm die Zeitfenster auf 3 x 2h eingestellt ohne dass die Mieter sich beklagt haben. Also max 3 Takte für das Heizen und 1 für WW.

Hallo Armin, besten Dank für Deine Hilfe. Die Heizkurve wurde diesen Sommer heftig nach unter korrigiert. Ich habe die Sperrzeiten von ursprünglich 10 Minuten auf 45 erhöht.
Der Heizungsbauer ist seit Wochen mit dem Hersteller schon dran mir die bisherigen aufgekommen Fragen aus dem Forum zu beantworten. Habe ich rechtlich überhaupt eine Chance die bislang schlecht laufenden Wärmepumpe (nur in Bezug auf die Effizienz) zurück zu geben (es gab keine offizielle Abnahme).
Auf welche Jahreszahl kommst du mit der Lambda (bitte den Wert inkl. TWW und Pumpenstrom)?
Hast Du auch Monatsauswertungen (ich habe jede einzelnen Tag). Wie war es z.B. im September?
Im Voraus schon mal viele Dank.

Das kommt darauf an, was in Deinem Vertrag steht, und ob Dir dort eine Mindesteffizienz zugesagt wurde. Vermutlich nicht, in aller Regel steht da das Aggregat drin mit den Eckdaten des Herstellers, die auch so in der BAFA Liste stehen. Diese gelten aber nur unter bestimmten Voraussetzungen und Bedingungen. Wenn Dein Aggregat diese Daten theoretisch erreicht (was ich annehme), dann bleibe ggf. noch eine Fehlplanung des Heizungsbauers übrig.

Die wiederum orientieren sich an den Empfehlungen des Herstellers. Da dieser aber Deine Hydraulik nicht kennt, muss der Heizungsbauer das mit berücksichtigen. Der macht in aller Regel eine Heizlastberechnung, mit einer angenommenen jährlichen Betriebsdauer von 2.000h kommt man dann auf die notwendige Leistung der WP. Hat ja @alex schon so gesagt… 10 KW x 2.000h = 20.000 KWh so als Schätzgröße.

Gibt natürlich auch Heizungsbauer, die sich an der Größe des alten Wärmeerzeugers orientieren. Wenn also vorher 16 KW drin waren, baut er 16KW wieder ein. Deine 3.700h Betriebsstunden (Dez 2022 bis Sept 2024) deuten aber wiederum an, dass die Leistungsberechnung so schlecht nicht gewesen sein kann, da liegst Du vermutlich bis Dez 2024 eher noch über den 4.000 Betriebsstunden in 2 Jahren. Zu groß sein könnte sie aber trotzdem, wenn Du die 16 KW nicht wirklich brauchst, die untere Leistungsgrenze Dir aber eine hohe Taktung und einen niedrigeren COP abliefern.

Wenn Du eine plausible Heizlastberechnung hast, und nach dieser die verbaute WP plausibel ist, dann ist auch der Heizungsbauer zumindest hinsichtlich der Aggregatswahl eigentlich nicht wirklich angreifbar. Neben der Heizlastberechnung kommen auch noch persönliche Aspekte hinzu. Wenn Dein Heizverhalten per se sparsam ist, dann könnte der Heizungsbauer auch schon deshalb daneben liegen. Für den Heizungsbauer ist ein zu kleines Aggregat aber meist das größere Problem. Es ist insofern immer ein gewisser Kompromiss zwischen technischer Auslegung und persönlichen Gewohnheiten.

Was so die bereits genannten Themen betrifft, ja der Heizungsbauer könnte (hat er vermutlich) den Pufferspeicher zu klein dimensioniert haben. Den kann man aber nachträglich noch verbauen, und hättest Du auch bezahlen müssen, hätte er ihn von Anfang an verbaut. Und wir haben ja auch noch ein paar andere Optimierungs-Punkte gefunden, die keinen Fehler am Aggregat sondern vielmehr in der Parametrisierung der Anlage verbuddelt sind.

Was nun die Lambda betrifft, so ist diese zwar laut BAFA Liste „effizienter“, der ETA bei 35 Grad ist gut 20% besser, bei 55 Grad noch 15% als die üblichen Werte anderer Hersteller (wie auch Deiner). Dafür aber auch deutlich teurer. Rechnest Du nun 20.000 KWh, dann wären das 3.000 KWh (35 Grad) bzw. 2.000 KWh (55 Grad). Rechnest Du mit 10 ct / KWh Strom für die erzeugte Wärme, dann wären das 300 bzw 200 Euro pro Jahr. Auf 20 Jahre folglich 6.000 bzw. 4.000 Euro. Das wäre folglich die Bemessungsgröße dafür, ob die bessere Energieeffizienz den Preis rechtfertigt und sich tatsächlich auch in Deinen Geldbeutel auswirkt. Kommt der Strom dann auch noch von Dach, dann wird der Vorteil der Lambda noch geringer.
Wenn sich das grundsätzlich rechnen würde, dann würden keine anderen WPs mehr verbaut. Daher macht das Abstellen auf einzelne Angaben nicht immer Sinn, man muss die gesamte Anlage rechnen.

Da Dein Heizungsbauer aber offensichtlich kooperativ ist, und wir ja hier ein paar Schwachstellen identifiziert haben, sollte man in meinen Augen diese angehen und versuchen, Deine WP in einen besseren Betriebspunkt zu bringen. Für eine juristische Auseinandersetzung müßtest Du ja erst einmal nachweisen, dass es mit einem anderen Aggregat besser funktionieren würde (schon schwierig, dazu müßtest Du sie ja in Deiner Hydraulik erstmal installieren), und darüber hinaus, dass Dir durch die jetzige Bauweise überhaupt ein Nachteil entsteht und wie hoch dieser ist.

Hallo Martin, ganz herzlichen Dank für den wertvollen Input. Ich bleibe zunächst mal beim Heizungsbauer dran. Viele Grüße Jürgen

Mein Heizungsbauer ist mit dem Hersteller immer noch in der Klärung. Heute ist mir aufgefallen, dass die Temperatur der hydraulischen Weiche (15 l Inhalt), welche die das EG und OG versorgen, 32,5°C hat. Die Temperaturen für das EG liegen bei VL 38°C und RL bei 28°C. Beim OG an der Pumpe sind es 32°C VL und 30°RL. Können dies Messfehler der Stecheisen sein, oder deutet dies auf ein hydraulisches Problem hin? Die Taktung ist nicht mehr ganz so hoch wie vor einem halten Jahr, da ich die Taktsperre von 10 Minuten auf 30 Minuten angehoben habe. Bei Außen-Temperaturen um die 10°C habe ich die Taktsperre auf 45 Minuten eingestellt.

Du willst sagen der tut nix.

Zu Deinen Temperaturen: Kann man nicht ganz so viel zu sagen, da man dazu wissen müßte, wo was gemessen wird.

So grundsätzlich schaltet die hydraulische Weiche ja die Heizung von Heizbetrieb auf WW-Betrieb um. Da WW höhere Temperaturen erfordert, landend dann ein Teil der Energie nach der Warmwasserbereitung wieder im Heizkreis. Insofern könnten an einzelnen Stellen temporär höhere Temperaturen gemessen werden, bis sich dieser WW-Anteil im System verteilt hat. Das sollte sich aber relativ schnell wieder einpendeln.
Um gemessene Temperaturen zu validieren, hilft ggf. ein externes Thermometer.
Deine Beschreibung finde ich so aber in Deiner Grafik nicht wieder.

Hilfe!
Dachte, habe mich jetzt lang mit dem Thema WP und Pufferspeicher beschäftigt, um eine Entscheidung zu treffen. Und jetzt steh ich doch auf dem Schlauch…
Meine Situation: geplant ist ein Wechsel von Ölheizung auf eine LG Therma V R290 12 kW WP mit 100l Pufferspeicher und 200l Warmwasserspeicher.
140 qm 1913 Bj Altbau, freistehend in Norddeutschland. Wände nicht gedämmt. Fenster, Türen, Dach neu und isoliert. Heizkörper, keine Flächenheizung.
PV 8,2 kWp, Speicher 14kWh.
Geplant ist ab kommenden Jahr dynamischer Stromtarif.

Andere Angebote von Viessmann, Lambda kamen mit einem 300l Pufferspeicher.
Jetzt bin ich mir nicht sicher ob ich auch einen größeren Pufferspeicher wählen soll.
Heizungsbauer sagt, 100 Liter sind für unser Haus und nach Herstellerangaben richtig und ausreichend. Sind aber bereit auch nen größeren Pufferspeicher zu verbauen.

Schiebe diese Entscheidung auf und brauche Hilfe.
Wie sind eure Erfahrungen? 100l oder 300l ?
Danke im Voraus!

Pufferspeicher ist ein Kompromiss zwischen Effizienz und Lebensdauer der WP. Ist er zu klein, taktet die WP recht oft, was den Verschleiß erhöht. Die Effizienz leidet aber ebenso, weil die WP ja bei jedem Anlauf erst einmal den Verdichterdruck aufbauen muss.

Ist der Puffer zu groß, hast Du entsprechend Wärmeverluste im Puffer.
Die Taktung ergibt sich aus dem Wärmeverlust des Hauses und dem Puffervermögen des gesamten Systems. Ohne Puffer hast Du nur den Wasserinhalt des Systems.

In meines ersten Artikel hier in diesem Thread gibt einen Link, solltest Du Dir mal ansehen.

.

Hallo Martin, der Heizungsbauer war mittlerweile da, hat die Stecheisen erneuert und die neueste Software aufgespielt. Die guten und berechtigten Fragen aus dem Forum betreffend meiner WP hat der Heizungsbauer an den Hersteller weitergegeben. Dieser findet diese gut, aber zu allgemein und weigert sich, diese zu beantworten -(.
In der Zeit vom 27.11. bis 18.12. wurden 100m2 (1. OG) von insgesamt gut 200 m2 nur mit 17°C über die Thermostate begrenzt.
Am 18.12.24 um 12.00 Uhr haben sich die Thermostate dann wieder auf 25°C gestellt (in der Wohnung werden üblicherweise 21,5° C erreicht). Eigentlich hätte ich erwartet, dass die WP in der Aufheizphase der Last von 100m2 konstant durchläuft, bis die Thermostate keine weitere Anforderung mehr haben und abregeln.
Das Taktverhalten liegt bedingt durch die Taktsperre von 30 Minuten bei einem Intervall von 1 Stunde.
Leider gab es im Taktverhalten trotz dieser Extremsituation keinen Unterschied. Gibt es hierfür eine Erklärung? Entweder Steuerungsproblem oder Hydraulik? Viele Grüße und schöne Weihnachten

Vielen Dank für die Erläuterungen. Haben mir insofern geholfen, dass ich mich für einen 300 l Puffer entschieden habe. Diese Größe scheint mir nicht zu groß.
Würdet ihr die 300 l nun in Reihe oder parallel einbinden. Ich möchte gerne in Reihe. Um die Vorlauftemperatur weiter zu senken und die Laufzeiten zu verlängern. Oder Sind die 300 l als Reihenpuffer vllt wg. den Verlusten zu viel?

Hallo Marcin,
Reihenpuffer ist effizienter, weil Du keine Übertemperaturen brauchst. Hintergründe findest Du in dem Schenk Video weiter oben, oder auch ein paar Diskussionsansätze hier:

und das hier als Alternative:

Ein Parallelspeicher ist eine Trennung von WP Wärmekreislauf und Heizkreislauf, weil ein Wärmetauscher dazwischen liegt. Das verhindert, dass der ganze Dreck und Rost aus dem Heizkreis am Verdichter landet. Ist meist angeraten, wenn Du eine Altanlage aufrüstest und alte Heizkörper drin läßt. Bei einer Neuanlage (z.B. mit FBH und neuen Rohren) hast Du kein Korrosionsproblem, deshalb nimmt man hier aus Effizienzgründen eher einen Reihenspeicher.

Hallo Jürgen,
ich glaube Du mußt das System von 2 Seiten betrachten:

Der Heizkreis…
…(incl. Puffer) kann nur eine gewisse Wärmemenge speichern. Die im System befindliche Energie berechnet sich aus der Wassermenge und der VL Temperatur. Das sind bei Wasser 1,163 Wh pro Kg und Kelvin. Hast Du also 500L Wasser im Heizkreis und Du heizt den von 20 auf 40 Grad auf, dann hast Du theoretisch 500 x 1,163 x 20 = 11,63 KW im Heizkreis. Der Heizköper kann die Energie aber nur entsprechend seiner Spezifikation an den Raum abgeben.
Wenn also Deine Umwälzpumpe 0,2 qbm/h durchs System schickt, und bei einem Vorlauf von 40 Grad mit gut 35 Grad im Rücklauf zurückkommt, dann wären dass 200L x 1,163 x 5 Grad = 1,163 KW pro Stunde, welche die Heizkörper dem Wasser entziehen. Genau diese Wärmemenge müßte die WP konstant erzeugen, um die entzogene Heizleistung auszugleichen.

Der Wärmeerzeuger…
…schaltet in aller Regel anhand der Rücklauftemperatur. Dazu stellst Du den Spread ein und die VL Temperatur. Also z.B. 40 Grad VL und Spread = 5 Grad. Je nach WP oder Einstellung bewegt sich die WP dann zwischen 40 und 35 Grad oder 42,5 und 37,5 Grad. Bei der oberen Temperatur schaltet sie ein, bei der unteren wieder aus. Moderne WP sind Inverter-Pumpen, die Ihre Leistung in einer definierten Bandbreite anpassen können. Sie werden berechnet auf die Temperatur, die im Höchstfalle liefern müssen. Also beispielweise auf -12 Grad. Da sind sie allerdings auch nicht mehr effizient, kommt aber selten vor. Oberhalb dieser Grenztemperatur brauchst Du erstmal diese Leistung nicht, darüber hinaus liefert die WP bei höheren Aussentemperaturen auch mehr Leistung ab. [Betriebsanleitung]https://www.weishaupt.de/uploads/tx_weishaupt_documents/documents/83315401_08_22.pdf
Deine WP liefert folglich 9,93 KW bei 2 Grad und 13,9 KW bei -7 Grad. Offenbar regelt die WP da schon selbst gegen, denn eigentlich sollte es umgekehrt sein.

Der Mindestvolumenstrom Deines Aggregates liegt bei 0,8 qbm/h, weniger geht nicht. Nun gelten hier die gleichen Regeln. Die Heizleistung und Volumenstrom bestimmt, wieviel Energie das Aggregat abgibt. Wenn Deine Heizung folglich eine Stunde läuft, dann sind das 800L x 1,163 x 5 Grad Spread = 4,65 KWh. Das ist die Energie, die dem Heizungswasser mindestens zugeführt wird.
Wie weit sich nun Dein Verdichter herunterregeln läßt, kann ich aus den Datenblättern nur erahnen. Aber so üblich sind so bis 30%. Deine Grafiken zeigen bei 0 Grad Aussen einen Volumenstrom um 1 QBM, bei 10 Grad aussen von 1,5 QBM. Das könnte ggf. die Erklärung darin haben, dass die WP (bei 10 Grad) schon mit der Mindestleistung läuft und deshalb den Volumenstrom erhöht, und die Wärme loszuwerden.
So grundsätzlich steuert die WP über ihre Leistungsaufnahme (die Verdichterleistung) und den Volumenstrom. Die Wärmeabgabe ist dann bestimmt durch den Volumenstrom und den COP.

Interessant auch noch diese Angaben:
[Biblock-WBB-20]https://www.hsb.ch/app/uploads/2021/05/Produktdatenblatt_Biblock-WBB-20.pdf

Beides Zusammen:
Durchlaufen kann die WP nur, wenn Wärmeerzeugung und Wärmeabnahme im Gleichgewicht ist. Wenn die WP ihre Leistung nicht los wird, muss sie takten. Unter die Mindestleistung kommst Du nicht. Und die würde ich irgendwo bei den oben genannten 4,65 KW (Abgabe) einsortieren. Würde sie damit durchlaufen, hättest Du 24 x 4,65 = 111 KWh pro Tag.
Dein 300L Speicher hält etwa 300L x 1,163 x 5 Grad = 1,7 KW Energie. Ohne Abnahme wäre der nach 22 Minuten voll. Dazu kommt dann das Wasser im System.

Um der Lösung auf die Spur zu kommen, müßtest Du nun aus Deinen Aufzeichnungen mal herausfiltern, was Deine WP bei welchen Temperaturen denn so abliefert, und was Dein Haus bei welchen Temperaturen überhaupt abnimmt.

Ich habe allerdings die Ahnung, das Deine Heizung etwas größzügig ausgelegt ist und Du ggf. mit einem größeren Speicher die Heizphasen verlängern solltest.

Grüße
Martin

Hallo Martin,
nochmals ganz herzlichen Dank für die tolle Analyse, welche ich auch nachvollziehen kann. Das hätte ich eigentlich vom Hersteller oder Heizungsbauer erwartet -;). Die Kupferleitungen haben einen Querschnitt von nur 12mm und 15mm, was die Sache vermutlich nicht einfacher macht. Was mich wundert, ist die immer geringe Differenz zwischen VL und RL-Temperatur (gemessen an den Stecheisen der Pumpen, welche jeweils das EG und OG versorgen), welche max. 5 Kelvin beträgt. Was mich seit der Anfang begeistert sind die Heizkörper von Kermi. Ich habe von ehemals 11er auf 22er und 33er bei den führenden Heizkörpern nachgerüstet und fahre auch bei im Moment 1 Grad Aussentemperatur bei 38°C VL.
Trotzdem habe ich bei 2/3 der Wohnfläche 22°C.
Ich wünsche Dir schöne Weihnachten und einen guten Start in 2025. Herzliche Grüße